BPA in Hundefutterdosen: eine amerikanische Studie untersucht BPA-Konzentrationen im Blut von Hunden

Bisphenol A (BPA) ist eine hormonaktive Substanz (auch endokriner Disruptor genannt), der sich in vielen Gegenständen unseres Alltags wiederfindet, so zum Beispiel Plastikgeschirr oder Konservendosen. Die Hauptaufnahme von BPA geschieht über die Nahrung, sowohl im Darmtrakt wie, zumindest bei Hunden, über die Mundschleimhaut. Gerade wurde eine Studie über die Aufnahme von BPA durch Dosenfutter bei Hunden veröffentlicht. Über diese Studie, die auch für Katzen und Menschen nicht ohne Bedeutung ist, möchte ich hier berichten.

Warum ist BPA interessant? BPA)ist eine hormonaktive Substanz (auch endokriner Disruptor genannt), der sich in vielen Gegenständen unseres Alltags wiederfindet, so zum Beispiel Plastikgeschirr oder Konservendosen. Die Hauptaufnahme von BPA geschieht über die Nahrung, sowohl im Darmtrakt wie, zumindest bei Hunden, über die Mundschleimhaut. Eine Studie von Hartle et al. 2016 fand erhöhte BPA-Werte im Urin von Kindern nach dem Verzehr von Dosensuppe.

Ob BPA in den alltagsüblichen Mengen gesundheitsschädlich ist, wird noch diskutiert. Laut Edinboro et al. 2004 haben Katzen, die Dosenfutter bekommen, ein höheres Risiko, an Schilddrüsenüberfunktion zu erkranken. Die Autoren vermuten eine Verbindung zu BPA. Beim menschen werden Zusammenhänge mit Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Endometriose und mangelnder Libido vermutet. Es gibt auch Hinweise auf Menschen, die sensibel auf BPA reagieren. Andere Studien fanden keine schädlichen Wirkungen von BPA.

Aufgrund dieser Situation ist BPA nicht verboten, immer mehr Staaten sprechen aber über Verbote oder Richtwerte. Um sicher zu gehen, werden für Babynahrung fast nur noch BPA-freie Kunststoffe verwendet.

Die Studie

Eine Forschergruppe in den USA hat nun untersucht, inwieweit sich BPA aus Futterdosen im Blut von Hunden wiederfindet und ob sich Hinweise auf gesundheitliche Risiken finden lassen. Untersucht wurden 14 gesunde Hunde aus Privathaltung, die in der Zeit davor mit Trockenfutter gefüttert worden waren.

14 Tage bekamen die Hunde eine von zwei Dosenfuttersorten. Futter A wurde laut Hersteller in BPA-freien Dosen verkauft, der Hersteller von Futter B machte dazu keine Angaben. Beide Futtersorten entsprachen laut Hersteller den Anforderungen für Alleinfutter für Hunde. Untersucht wurden die BPA-Konzentration in Dosen und Blut der Hunde, verschiedene Blutwerte und die Zusammensetzung der Darmflora anhand einer Kotprobe.

Überraschenderweise wurde in beiden Futterdosen BPA gefunden, und zwar in ähnlichen Mengen. Daher war kein Unterschied zwischen den beiden Hundegruppen zu erwarten. Alle Hunde zeigten nach 14 Tagen einen Anstieg an BPA im Blut. In Korrelation zu BPA zeigte sich auch ein Anstieg an Bikarbonat, was auf eine metabolische Alkalose hindeutet, die durch Probleme im Verdauungstrakt oder den Nieren entstehen kann.

Die BPA-Konzentration hat Einfluss auf die Bakterienzusammensetzung im Kot. Die Details möchte ich euch aber im Rahmen dieses Blogs ersparen. Inwieweit dies gesundheitliche Probleme auslösen kann, ist noch nicht bekannt.

Die Studie kann hier gelesen werden:
Koestel et al. 2017. Bisphenol A (BPA) in the serum of pet dogs following short-term consumption of canned dog food and potential health consequences of exposure to BPA. Science of the Total Environment. 579: 1804-1814.

Meine Meinung

Die Studie gibt Hinweise darauf, dass BPA in Hundefutterdosen nicht unproblematisch ist. Nimmt man noch andere Studien dazu, wie beispielsweise die von Edinboro et. al. 2004 über Katzen und Schilddrüsenprobleme, ist ein weiteres Problem beim Füttern von Dosennahrung zu bedenken. Ich selbst werde für den menschlichen Verzehr beim samstäglichen Großeinkauf dann wohl doch eher zum Gemüse im Glas greifen, statt zur Konserve – oder weiterhin wo möglich zu frischen Gemüse.

Was ist mit BPA-freien Verpackungen? Es gibt Katzenfutter im Tetra Pak, und die sind BPA-frei und laut Hersteller meistens aus Zuckerrohr hergestellt. Einige von euch werden jetzt sicherlich sagen, Finger weg von kommerziellem Tierfutter, Barfen ist sowieso besser. Aber auch beim Barfen taucht das Problem BPA auf, nämlich beim Einfrieren. Viele Plastikgefässe enthalten BPA, so zum Beispiel solche aus PVC. Aber für Babynahrung gibt es BPA-freie Behälter zum Einfrieren, die auch eine praktische Größe haben. Gefrierbeutel sind meines Wissens BPA-frei, also auch eine Alternative.

Nur leider ist BPA-frei nicht unbedingt sicher. Einige Substanzen, durch die BPA ersetzt wurde, sind sogar noch gefährlicher. Darauf möchte ich aber nicht in diesem Post eingehen, denn das sprengt den Beitrag. Zumindest im Bereich Dosenfutter ist daher wohl doch wichtiger, was in der Dose ist, denn minderwertiges Futter zu kaufen, nur weil die Dose BPA-frei ist, kann größere gesundheitliche Probleme verursachen als das BPA. Aber fragt doch mal eure Futtermittelhersteller, wie es um ihre Dosen steht und woraus die sind. Vielleicht bewegt sich ja was.

Quellen:

Bundesumweltamt: Bisphenol A – Massenchemikalie mit unerwünschten Nebenwirkungen.

Edinboro, C. H., Scott-Moncrieff, J. C., Janovitz, E., Thacker, H. L., & Glickman, L. T. (2004). Epidemiologic study of relationships between consumption of commercial canned food and risk of hyperthyroidism in cats. Journal of the American Veterinary Medical Association, 224(6), 879–886. http://doi.org/10.2460/javma.2004.224.879

Hartle, J.C., Navas-Acien, A., Lawrence, R.S.. 2016. The consumption of canned food and beverages and urinary Bisphenol A concentrations in NHANES 2003–2008. Environmental Research 150: 375-382. http://dx.doi.org/10.1016/j.envres.2016.06.008

Koestel et al. 2017. Bisphenol A (BPA) in the serum of pet dogs following short-term consumption of canned dog food and potential health consequences of exposure to BPA. Science of the Total Environment. 579: 1804-1814.

 

Ursprünglich veröffentlicht am 13. Januar 2017 auf WordPress.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.